Richtige Vorgensweise beim Aufbau eines vernünftigen Geländewagens!



Welches Basisfahrzeug ist geeignet?
- bestens geeignet sind echte Geländewagen mit 2 Starrachsen und Leiterrahmen, so wie der Suzuki LJ, SJ und FJ Jimny. Ideal geeignet sind Benzinmotoren mit Automatikgetriebe, Diesel sind für Trialfahrten eher ungeeignet. Fahrzeug immer in Grundausstattung wählen, Klimaanlage, Ledersitze und sonstiger Kram ist im Gelände unbrauchbar. Helle Lackfarben lassen sich besser erhalten, kleine Kratzer sind wesentlich weniger sichtbar als bei dunklen oder gar schwarzen Lacken.
Erste Arbeit gilt immer dem Korrosionschutz, der Hohlraumversiegelung und dem Unterbodenschutz auf Wachsbasis. Dies ist das Beste für den Werterhalt des Wagens. Sofort nach den Neukauf, möglichst vor den ersten Fahrten, bringt der Korrossionsschutz am Meisten. Jedoch ist es auch bei jüngeren und nicht stark angegriffenen Fahrzeugen noch empfehlenswert.
Schmutzfänger vorne für den optimalen Schutz vor Steinschlagschäden.
Fußraumschalen aus Kunsstoff nehmen viel Feuchtigkeit und Dreck auf und helfen so, das Fahrzeug von Innen trocken zu halten. Auch für den Laderaum gibt es Kunststoffwannen, die auch die Ladefläche bei Transporten von Gütern sauber halten.
Das Entfernen unnötiger Anbauteile hilft Gewicht zu reduzieren. Ein Stabilisator hat an einem Geländewagen nichts zu suchen und sollte auf jeden Fall entfernt werden. Gleiches betrifft natürlich auch auf seitliche Trittbretter ("Tragflächen" und unnötige Schwellerohre zu, die die Bodenfreiheit einschränken und wenn sie beim Aufsetzten nach oben gebogen werden, sogar die Türen oder Schweller des Fahrzeuges beschädigen. Entfernt werden außerdem Reseverrad, Reserveradhalter, Rücksitzbank, Klimaanlage, Stoßstangen, Rammbügel, Anhängerkupplung, Hardtop, Luftansaugschnorchel. (einfach alles Unnötige am und im Fahrzeug). Wer darauf verzichten kann, Radio, Lautsprecher und Antenne haben auch Gewicht ;). Bei LJ und SJ können die Türscharniere durch aushängbare ersetzt werden, sodass auch ohne Türen oder mit Halb- oder Stofftüren gefahren werden kann. Im Gelände ist ein geringes Gewicht wichtiger als jede hohe Motorleistung.
Möglichst großen Reifendurchmesser wählen, je höher umso besser. Runderneuerte Reifen sind eher ungeeignet durch die harten Reifenflanken und das extrem hohe Gewicht. Mit hohen und schmalen Reifen ist man fürs Gelände optimal ausgerüstet. Reifendurchmesser unter 725mm, sprich 215/80R15 sind völlig ungeeignet. Als ideale Reifen sind anzusehen: 35x11,50R15, 33x10,50R15, 31x10,50R15, 35x10,50R16, 33x10,50R16, 33x9,50R16, 255/85R16, 235/85R16 und 215/85R16.
Eine Hinterachssperre ist ebenso unentbehrlich. Die Beste, der ARB Airlocker, arbeitet mit eigener Druckluftanlage und ist in Sekundenbruchteilen zuschaltbar und sperrt das Differential zu 100%. Nach der Geländefahrt mit abgesenktem Reifendruck können mit der Druckluftanlage die Reifen für den Straßenbetrieb wieder aufgepumpt werden.



Ein weiches und verschränkungsfreudiges Fahrwerk mit verlängerten Federwegen nützt sowohl im Gelände wie auch auf der Straße. Sehr gute Teile hierfür bietet Zanfi und Old Man Emu an. Natürlich müssen die Komponenten immer auf Einsatzzweck, Fahrzeuggewicht und Fahrstil abgestimmt werden. Positiver Nebeneffekt, das Fahrzeug wird auch höher.
Fahrwerksbuchsen immer in Unibal- oder Gummiausführung wählen, Polybuchsen behindern die Verschränkung und verschleißen in kürzester Zeit- Absolut ungeeignet!
Bei Schraubenfederfahrzeugen müssen ab einer gewissen Höherlegung auch die Längslenker, Panhardstäbe und /oder die Anlenkpunkte der Panhardstäbe dem Fahrwerk angepasst werden. Natürlich sind Längslenker aus Stahl wesenlich empfehlenswerter als originale aus Gußeisen.

Bei Fahrwerksherstellern minderer Qualität steht immer nur die Höherlegung im Vordergrund, Feder- und Verschränkungsverhalten werden hier kaum berücksichtigt.
Die Serienbremsleitungen sind durch den Einbau eines Fahrwerks und/oder Bodylifts in der Länge nicht mehr ausreichend und können durch hochwertige Stahlflexbremsleitungen ersetzt werden. Diese sind sogar in verschiedenen Farben erhältlich. Weiterer Vorteil daran ist der rostfreie Edelstahl der Leitungen.
Ab ca. 50mm Höherlegung ist es ratsam, einen verlängerten Lenkstockhebel einzubauen.
Ab einer gewissen Höherlegung ist es anzuraten, die Spur zu verbreitern, um ein sicheres Fahrverhalten zu gewährleisten.



Die Untersetzung ist bei den meisten Fahrzeugen noch wesentlich zu schnell, hier ist ein Wert von mindestens 40:1 als brauchbar anzusehen. Lediglich der LJ50, LJ80 und Jimny Benzin ab Bj 2005 verfügen serienmäßig über eine brauchbare Untersetzung.
Alle SJ Modelle, der Jimny Benzin bis 2005 und noch mehr die Dieselmodelle brauchen hier eine Verbesserung.
Achsübersetzung, wie auch Verteilergetriebe lassen sich aufrüsten bis zu einer Untersetzung von z.B. 92:1 beim SJ413.
Durch das enorm ansteigende Drehmoment im Antriebsstrang ist ein den Kräften angemessener Verteilergetriebehalter dringend anzuraten. Dieser ist auch gleichzeitig Schutz fürs Verteilergetriebe.
Beim LJ50, LJ80 und SJ410 Typ1 ist die originale vordere Trommelbremse absolut unzureichend und sollte auf eine Scheibenbremsanlage umgerüstet werden
Weiteres Aufrüsten ist möglich:
Hierzu zählen verstärkte Antriebswellen und Gelenke für die Vorderachse.
Vorderachssperre Airlocker (dieser kann natürlich mit der bereits vorhandenen Druckluftanlage mitbetrieben werden.)
Bei den Baureihen LJ und SJ kann der serienmäßige Lenkungsddämpfer durch einen wesentlich stärkeren von OLD MAN EMU ersetzt werden, beim FJ Jimny ist dies auch möglich, jedoch müssen spezielle Halterungen angefertigt werden.
Beim FJ Jimny ist es ratsam, die Achsrohre zu verstärken, da sich diese relativ leicht verformen. Dies ist natürlich auch bei den Baureihen LJ und SJ möglich, jedoch sind diese weit weniger verformungsanfällig.
Der Bodylift schafft mehr Platz für größere Räder und erhöht den Schwerpunkt des Wagens nur geringfügig.
Verteilergetriebeschaltung ändern, so dass die Untersetzung auch ohne Allradantrieb verwendet werden kann.
Beim Cabrio ist ein zusätzlicher Überrollbügel oder Käfig nicht nur empfehlenswert, sondern überlebenswichtig! Bei reinen Wettbewerbswagen ist dieser Pflicht.
Elektrolüfter statt des mechanischen Lüfters, der bei langsamer Geländefahrt und geringen Drehzahlen kaum Wirkung zeigt. Der Elektrolüfter schaltet sich mittels Termostat zu und senkt wirksam die Motortemperatur.
Einbau stärkerer Motoren (LJ80, SJ410, SJ413 und Samurai), mehr Hubraum bringt mehr Drehmoment.
Ein Fächerkrümmer aus Edelstahl verbessert den Drehmomentverlauf und bringt einiges an Gewichtsersparnis im Vergleich zu den Seriengusskrümmern. Natürlich aus Edelstahl rostfrei! Erhältlich sind auch komplette Auspuffanlagen aus Edelstahl.
Mit dem Einbau einer Servolenkung bei SJ und Samuraitypen wird das präzise Lenken auch im schweren Gelände als auch auf der Straße sehr erleichtert.
Bei Fahrzeugen mit Servolenkung kann durch den Einbau eines etwas kleineren Lederlenkrades ein angenehmes Fahrgefühl bei gleichzeitig guter Griffigkeit erreicht werden.
Auch an der Hinterachse können statt der Trommelbremsen Scheibenbremsen mittels spezieller Adapter und zusätzlicher Bremsdruckregelventile montiert werden.
Einbau besserer Sitze, möglichst mit Stoffbezug. Leder oder Kunstleder bietet kein angenehmes Sitzklima.